Montag, 20. Mai 2013

Vom Fläzen in emanzipierten Beziehungen

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Mein Mann fragt mich gerade, welches Hemd er mir mitbügeln soll. "Ein weißes und ein blaues!", bitte ich ihn und lehne mich glücklich aufs Sofa zurück, während hinter mir das Dampfbügeleisen zischt. Ich lehne mich zurück und freue mich, einen e-mann-zipierten Mann zu haben. Einen, der ein echter Mann-ma-nager ist. Einen, der Haushalt machen und Kochen kann. Der Kinder tröstet und sich um Schulaufgaben kümmert. Einen, der total selbstständig ist. Der braucht mich nicht, der ist freiwillig hier. Genauso, wie er freiwillig meine Hemden bügelt. Weil es ihm Spaß macht, mich zu verwöhnen, weil ich ihn heute verwöhnt habe, weil ich seinen Bastelkeller entmistet habe. Ohne dabei etwas wegzuwerfen, an dem ihm ernsthaft gelegen ist!

Wenn man es von dieser Seite betrachtet, sind emanzipierte Ehen verdammt anstrengend geworden. Da gibt es keine Rollen mehr, auf die man sich ohne groß zu denken einfach verlassen konnte. Der Pudding, das Steak, stets frisch geputzte Kinder: Ihr Metier. Versicherungen auf dem Stand, das Auto stets betriebsbereit: Sein Metier.
Ne, in so einer Ehe, wie wir sie führen, und in der jeder mal alles macht, darf man sich nicht nur nicht aus den Augen verlieren, weil der andere eben auch jederzeit gehen kann. Man muss sich auch verdammt gut koordinieren, oder wie jetzt gerade dem Holden erklären, wo den bitte schön diesmal das Bügelbrett steht. Weil jeder von uns den Kram in eine andere Ecke räumt. Das fängt schon morgens bei der Butter an, die mein Mann im Kühlschrank und ich oben drauf zu verwahren pflege. Ja, wir haben uns schon so manches Mal gezofft, weil ich keine harte und er keine weiche Butter mag. "Warum schafft Ihr Euch keine zweite Butterdose an?", hat der Nachwuchs uns neulich erst überrascht gefragt.
Ach, ich glaub, ich komme ins philosophieren, während ich entspannt dem Zischen des Dampfes lausche. Was wollte ich eigentlich sagen?

"Deine Scheiß-Blusen brauchen beim Bügeln so viel Zeit, wie ich sonst für drei Herren-Hemden benötige!", flucht es da just hinter mir. Ja, genau, das war´s: "Danke Dir, mein Göttergatte, dass ich mich auf den Sofa fläzen darf!"

Und nachher, wenn ich daran denke, stelle ich die Butter ins Tiefkühlfach!

Und welches Geheimnis hast Du?

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Heute habe ich mich gefreut. Denn es war zwar zu spät für den Redaktionsschluss zum aktuellen Heft der Brigitte MOM, dafür haben sie eines meiner "Geheimnisse" auf ihrer Homepage eingestellt.

Und macht eine solche Sammlung nicht auch Sinn?! 
Sind Elterngeheimnisse nicht Essentialien des Mama-nagements? 
Sie gehören zum Öl, auf dem unser Alltag ein wenig leichter läuft. 
Sie helfen uns gelegentlich, das zu tun, was notwendig ist, ohne den Nachwuchs zu sehr zu belasten. 
Sie schaffen uns kleine Nischen, um uns ein wenig zu erholen, ohne dafür einen Schokoriegel verzehren zu müssen, um danach mit voller Kraft wieder für den Nachwuchs da zu sein. 

Elterngeheimnisse hat man übrigens nicht nur vor dem Nachwuchs, sondern manchmal eher vor der Umwelt, die mit Argusaugen darüber wacht, ob bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch niemand zu kurz kommt. Also ich meine, niemand ausser Mama. Und so gibt es doch das ein oder andere Mal, da ich behauptet habe "Ich habe zu tun!", um stattdessen faul auf dem Sofa zu liegen, ein wenig zu schlafen, oder vielleicht auch in Ruhe shoppen zu gehen. Den Wischmopp als Alibi in der Plastiktüte am Handgelenk - denn bin ich nicht nur seinetwegen noch einmal kurz ohne den Nachwuchs in die Stadt?!

Oft genug, und das mag wohl das best gehüteste aller Elterngeheimnisse sein, sind Elterngeheimnisse aber auch dazu da, uns vor dem Nachwuchs als perfekt dazustellen. Als Vorbild, dem es sich nachzueifern lohnt. Denn natürlich (!) habe ich als Schulkind "immer" meine Hausaufgaben gemacht. Und Erbsen und Möhren esse ich für mein Leben gern. Viel lieber als diese dumme Schokolade... Was natürlich glatt gelogen ist. Soll ich deshalb ein schlechtes Gewissen haben? Vielleicht. Aber viel eher sollte ich mir der Tatsache bewußt sein, dass mein Nachwuchs schon von ganz allein darauf gekommen ist, dass auch Erwachsene nicht ganz so perfekt sind, wie sie es von sich immer behaupten.

Womit wir bei der nächsten Kategorie von Geheimnissen angekommen wären: Denen, die Kinder ihren Eltern nicht verraten...

Donnerstag, 16. Mai 2013

Geheimnisse der Elternschaft?!

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Donnerstag, 20:00 Uhr. Zeit für die Kinder, ins Bett zu gehen.

Ich lege mich noch kurz zum Nachwuchs aufs Bett, damit wir ein wenig kuscheln können. Nur eine Minute. Ach fünf ... Die Brut genießt, die Mama schmilzt und spricht: "Himmel, wie langweilig und einsam wäre es doch ohne Euch!" Der Nachwuchs sieht verträumt die Zimmerdecke an und spricht:

"Tja. Aber Ihr hättet es nicht gewußt."

Kein Wunder, dass Elternschaft eines der letzten, großen Mysterien ist!